Mémoire des Vins Suisses
Reflexionen · 2009

Amitié, patrie, promotion

Freundschaft, Vaterland, Verkaufsförderung: So formulierte eines unserer Mitglieder aus Genf die wichtigsten Ziele von Mémoire des Vins Suisses. Anfänglich ging es bei unserem Projekt eigentlich «nur» darum, das unterschätzte Alterungspotenzial des Schweizer Weins aufzuzeigen. Doch mit der Zeit kamen neue Aufgaben hinzu. Hinter den von uns eingelagerten Weinen stehen schliesslich Menschen aus allen Teilen unseres Landes, die im wörtlichen und übertragenen Sinn ganz unterschiedliche Sprachen sprechen. Trotz oder vielleicht gerade wegen dieser Unterschiede hat sich unter den Mémoire-Winzern eine echte Freundschaft entwickelt, die unserer Vereingung den nötigen inneren Rückhalt verleiht. Als praktisch einzige gesamtschweizerische Organisation, die Produzenten aus allen sechs Weinbaugebieten vereint, wagt sie sich darum auch an Aufgaben, an denen die offizielle Weinbranche unseres Landes aufgrund ihrer kantonalen und regionalen Partikularinteressen zu scheitern droht. Ein starker Auftritt der Weinschweiz im In- und Ausland ist für uns sozusagen vaterländische Pflicht, auch wenn wir dafür keinerlei Bundesgelder kassieren. Dass daraus letztlich auch eine wirksame Verkaufsförderung für jeden einzelnen Betrieb resultiert, ist eine logische Folge: Wenn es allen gut geht, geht es auch dem Einzelnen gut.

Text: Andreas Keller
Andreas Keller ist
Gründungsmitglied des
Mémoire des Vins Suisses.